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All People Is Plastic
Österreich 2005 l 10 min l 35mm l 16:9 l Dolby Stereo
Premiere: Internationales
Filmfestival Locarno 2005
Kinostart in Österreich als Vorfilm zu Crash Test Dummies: 11.11.2005
Regie: Harald Hund
Konzept & Realisation: Harald Hund und Doris Krane, Andreas Prockl,
Michaela Rentsch
3D Animation & Modelling: Felix Knoche, Merlin Wyschka, Doris Krane,
Andreas Prockl, Michaela Rentsch
Produktion: Harald Hund, Paul Horn, Amour Fou Filmproduktion
presseclips
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l filmo
Ein Animationsfilm von atemberaubender Schönheit.
Du bist ein ganz normaler Typ in einer großen Stadt. Du arbeitest
jeden Tag in einem Großraumbüro. Irgendwer ist dein Chef. Arbeiten,
Autofahren, Stauen, Fernsehen. Du bist das ultimative Arbeitstier, ausdauernd
und folgsam.
Doch du musst so werden wie die Stadt. So normal, dass dir dein Platz
sicher ist.
Ich denke: 1, 2, 3, 4, ... Ein Tag frei.
Ein Baum, ein Vogel. Der Vogel spricht:
Die Wiederholung ist eine Wiederholung ist eine Wiederholung ist eine
Wiederholung...
- BEEP -
In der Geschichte des Kinos gerät die moderne Großstadt immer
wieder zur Projektionsfläche dystopischer Fantasien: Die Idee der
Stadt als molochartiger Maschine speiste bereits Fritz Langs düstere
Zukunftsvision "Metropolis" (1927), in der die lohnabhängige
Masse in die Knechtschaft der Akkordarbeit gezwungen wird. Harald Hunds
3-D-Animation "All People Is Plastic" rekurriert auf dieses
Bild der Stadt als Disziplinierungsmaschine ebenso wie auf die Moderne-Kritik
eines Jacques Tati, bei dem "Corporate Culture" als alles nivellierende
Arbeitswelt der Gleichschaltung und der Entindividualisierung erscheint.
In "All People Is Plastic" sind die Menschen ohnehin längst
in Serie gegangen: Hund animiert seine Figuren mit gängiger 3D-Character-Animation-Software
- so genannte Default People (Standardpersonen) - und passt seine mattgrauen,
in weiblich und männlich schematisierten Prototypen in die Parzellen
einer futuristischen Bürowelt ein.
Der Trickfilm beginnt an einem Wochenende: Die graue Masse normierter
Angestellter ergießt sich in eine monochrome Plattenbau-Großstadt,
marschiert im Gleichschritt auf idente Autos zu, verschwindet in identen
Wohnungen und lässt sich anschließend zum Freizeitpark transportieren.
Wenn dabei einige Figuren aus der Menge scheren, gegen Stellwände
rennen, sich von Hochhäusern stürzen oder den Stadtrand ansteuern,
entpuppt sich dieses Verhalten nicht als individuelle Protestnote, sondern
lediglich als Konstruktionsfehler der humanoiden Prototypen. King Kong,
der im Vergnügungspark einen Wolkenkratzer hinaufklettert, erscheint
in diesem Kontext als nostalgischer Verweis auf eine Vision von Großstadt,
in der äußere Bedrohungen noch kollektiv ausagiert werden konnten.
In Harald Hunds schöner, neuer Techno-Welt stellt sich Architektur
dagegen als polierte Oberfläche dar, auf der sich kein Handlungsbedarf
mehr abzeichnet.
Alexandra Seibel
Festivals
Kolkata Film
Festival 2006 (10.11. - 17.11. 2006)
Brooklyn 06 - Int.
Film Festival (02.06. - 11.06. 2006)
Seoul - SICAF 06 (24.05. - 28.05.
2006)
Seoul 06 - SeNef Net &
Film Festival (15.05. 2006)
Osnabrück 06 - Europ.
Media Art
Seoul 06 - Green
Film Festival (04.05. - 10.05. 2006)
Trebon 06 - AniFest Film
Festival (04.05. - 10.05. 2006)
Linz - Crossing
Europe 06 (25.04. - 30.04. 2006)
Paris - Némo Film
Festival 06 (07.04. - 23.04. 2006)
Istanbul 2006 - Int.
Kurzfilmtage
Diagonale 2006 - Festival
des österr. Films (21.03. - 26.03. 2006)
Rotterdam
2006 - 35. Int. Filmfestival (25.01. - 05.02. 2006)
Triest 2006 -
Alpe Adria Cinema Film (19.01. - 26.01. 2006)
Dissolvenze
Film Festival Gradisca
Special
Program "Amour Fou Pour Vous" (30.11. - 4.12.2005)
Internationale
Hofer Filmtage (20. - 26.10.2005)
Internationales
Filmfestival Locarno - In Progress (3.8. - 13.8.2005)
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