

|
DEANIMATED
Eine Filminstallation von Martin Arnold
Österreich 2002 l 60 min l Digi Beta l s/w
Weltpremiere: Kunsthalle
Wien 2002
Konzept & Realisation: Martin Arnold
Digital Compositing & Modelling: George Basil, Manuel Böck, Harald
Hund, Ruth Kaaserer, Matthias Meyer, Roland Seidel, Christoph Kempter,
Fritz Mayer, Regine Müller, Almut Rink, Christian Stoppacher, Sofie
Thorsen, Philipp Zaufel
Ton: Johann Neumeister, Peter Seher, Lisa Rozman, Thomas Woschitz
Produktion: Amour Fou
Dank an: Cinémathèque de la Ville de Luxembourg, Kunsthalle
Wien, Mario Kaufmann mkFX, Eyeon Software, Orbit Media
Gefördert von: Filmfonds Wien, BKA.kunst, Land Niederösterreich
Kultur
Ausstellungen:
Kunsthalle Wien
11.10.2002 - 9.2.2003
FACT Fact Center
Liverpool 4.6.2003 - 25.8.2003
"Turbulent Screen - The Structual Movement in Film and Video"
/ Edith Russ Haus Oldenburg 29.8.2003 - 9.11.2003
"Die Phantastik - Imaginäre Welten"
Oberösterreichisches
Landesmuseum Linz 1.5.bis 29.8. 2004
Avantgardefilmer Martin Arnold unterzieht einen legendären amerikanischen
Horrorfilm aus dem Jahre 1941 einer radikalen kinematographischen Operation.
Die Schauspieler verschwinden mithilfe digitaler Techniken, der filmische
Raum wird zum eigentlichen Hauptdarsteller in einer präzisen, absurd-witzigen
Neuinterpretation. Aus dem Originalfilm "The Invisible Ghost",
in dem eine Ehefrau ihren Mann in einen murder plot hineinhypnotisiert,
wird bei Arnold "Deanimated" - eine Studie der fortschreitenden
Auflösung des Schauspielerkinos, an deren Ende die Kamera durch menschenleere
Sets schweift, in denen buchstäblich das Licht ausgegangen zu sein
scheint.
Der Tod wird in "Deanimated" zu jener Furie des Verschwindens,
die von einem "unerträglichen Hinausgehen über das Dasein".
(Georges Bataille) kündet. Der Wahnsinn, den die Ungeheuerlichkeit
des Nichts provoziert, ist in die Gesichter eingeschrieben. Die Ekstase
der Vernichtung, die Annihilierung des Seins, die Hypostasierung des Anorganischen,
der suchende Blick, der nicht mehr auf das Erkennen trifft, sind jene
Relais, die den Übergang zur katatonischen Starre vorbereiten. (Thomas
Miessgang)
Martin Arnold: DEANIMATED
ab 11. Oktober in der Kunsthalle Wien
Für die Ausstellung "Deanimated" hat Martin Arnold drei
neue Arbeiten geschaffen: "Deanimated" unternimmt eine radikale
Entmenschlichung der Leinwand und des Zuschauerraums, "Dissociated"
und "Forsaken" brechen mit Doppelprojektionen die traditionelle
Guckkastensituation des Kinos auf. In den beiden Doppelprojektionen muß
sich das Auge des Betrachters von der Zentralperspektive befreien und
neu einstellen, um in der Simultaneität der kinematographischen Ereignisse
individuelle Blickachsen und Zeitfenster zu finden.
Ging es in Arnolds früheren Filmen um das Moment der Überhöhung
in der Wiederkehr des Immergleichen, so thematisiert er in den Arbeiten
von "Deanimated" die Idee des Verschwindens.
Dieses alte Motiv des Kriminal- und Horrorfilms erlebt hier seine Verdichtung
und Zuspitzung: Wichtige Figuren der Handlung werden durch die Technik
des ´digital compositing` aus dem Film herausgelöscht, die
Münder dialogisierender Paare zugemorpht; orchestrale Filmmusik braust
auf, um Nicht-Ereignisse dramatisch zu überwölben. Übrig
bleiben nur die Spuren von Ereignissen, dürftige Indizien eines Geschehens,
dessen Ursprung im Dunkel bleibt: aufwirbelnder Staub, das Geräusch
von Gewehrschüssen, der Ausdruck des Horrors im Gesicht einer Frau,
die vor dem Nichts zurückschreckt.
Die Ausstellung "Deanimated" bringt die gutgeölte Hollywood-Erzählmaschine
zum Stottern, sie zeigt das System der großen Narrative im Zustand
seines Zerfalls.
"Martin Arnold will keine neuen Erzählungen an die Stelle der
alten setzen, sondern von der realen Gegenwart des Abwesenden berichten.
Farben, Kontraste und Rhythmen berühren den Betrachter nicht im Bereich
der Sprache und der Logik", sagt der Regisseur.
"Sie kommunizieren auf tieferen Ebenen. Ich würde den Diskurs,
an dem sie teilnehmen, im Bereich des Unbewussten situieren."
Presse
Download Fotos
Fotos 'Making of'
|