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IM ANFANG WAR DER BLICK
Förderungen: bm:bwk, Filmfund Luxembourg, BKA.kunst, ORF Innovationsfonds, bm:lf, Stadt Salzburg, Land Salzburg, Gemeinde Eisenerz, niederösterreich kultur, Stadt Wien trailer l fotos l pressemappe l presseclips l web l kino l tv l bio l filmo l dvd
Special Mention of the Jury Top Ten Best Films 2002/2003 in Australia
Linoleum Festival of Contemporary Animation & Media-Art Moscow, Russia
Mit seinen 45 Minuten faszinierender, avantgardistischer
Forschungsarbeit stellt Im Anfang war der Blick eine Galionsfigur
der Quinzaine des Réalisateurs in Cannes 2003 dar. Der Film ist gleichzeitig
onirisch, politisch, philosophisch und kulinarisch: Ein kinematographisches
UFO auf der Reise ins Herz österreichischer Klischees - technisch perfekt,
atemberaubend, hypnotisch! Man stelle sich
ein Österreich-Portrait vor, gedreht von Jan Svankmajer und David
Lynch. Dann bekommt man einen ersten Eindruck von Bady Mincks phantastischem
Kinostück Im Anfang war der Blick, in dem ein Schriftsteller
Österreich in seinen Postkarten erforscht. Der Erzberg und Salzburg
werden Landschaften zwischen Traum und Alptraum. Und die Texte, auf den
Rückseiten der Karten verborgen, kommen als ein Flüstern ins
Bild geschlichen: schreckliche, schmerzliche Texte, von wem auch immer
geschrieben im Laufe der Zeit. Eine Spannung zwischen Bild und Text, Suspense
zwischen Kultur und Landschaft. Im
Anfang war der Blick ist ein avantgardistisches Massakerspiel, das
mithilfe einer Lawine an Ansichtskarten tief in Österreichs Klischeewelten
eindringt - so tief, dass der Blick frei wird auf die dahinter verborgenen
Schrecken. Bady Minck unterzieht profane Bildwelten einer Neubewertung:
viele tausend Postkarten sind es, deren glühend verkitschtes Österreich
die Avantgardefilmerin gewissermaßen zurück-animiert. In ihrer Filmerzählung
bietet die Bildersuche eines Dichters den Rahmen für eine kritische Rückeroberung
der alpinen Landschaftsidyllen. In atemberaubenden Montagen und aufwendiger
Filmtechnik dringt Bady Minck tief in die schwüle Farbigkeit der Postkarten
ein, ohne je ihrem campigen Reiz zu erliegen... Das
Meisterwerk der Quinzaine des Réalisateurs in Cannes war in diesem Jahr
zweifelsfrei Im Anfang war der Blick von Bady Minck. Der Film
beginnt mit dem Blick aus einem Augenlid, das sich öffnet und schliesst
und die Zuschauer zu Voyeuren macht, die im Begriff sind, Gegenstände
und Tatsachen zu manipulieren. Eine sehr interessante Erinnerungsarbeit
geht daraus hervor. Die Ereignisse der Vergangenheit, unter anderem die
der Nazizeit, treten diskret auf den Plan. Die Filmemacherin verwischt
die Spuren: man weiß nicht, ob sich der Dichter erinnert, ob es die Postkarten-Texte
sind, die vorgelesen werden, oder ob die Regisseurin selbst kommentiert.
Die neutralen Ansichten von Heimat werden von verdrängten Erinnerungen
durchflossen. In seiner ironischen Arbeit mit Stereotypen erinnert Im
Anfang war der Blick an Filme von Syberberg und an dessen Art, mit
Klischees zu spielen: Von Bady Minck werden wir auf alle Fälle noch hören!
Ein herausragender, poetischer Essayfilm über die Beziehung
zwischen Bild und Wort, zwischen kitschigen Postkartenansichten und österreichischer
Vergangenheit. Wie Michel Gondry mit manchen seiner Musikvideos gehört
auch Bady Minck zu den geistigen Erben des legendären tschechischen
Animationsfilmemachers Jan Svankmajer: Alltägliche Gegenstände
entwickeln ein surreales Eigenleben und werden so zu Trägern von
phantastischen Erzählungen. Hinzu kommen Literatur- und Kunstzitate
sowie philosophische Exkurse, und schon sind wir mitten in Animationsfilmjuwelen
wie Im Anfang war der Blick. Der preisgekrönte Film ist
eine vielschichtige, originelle und spielerische animierte Revision Österreichs
als Postkartenlandschaft. Ergebnisse eines Forschungsprojekts zum Thema
Kulturlandschaft werden in Bilder transportiert und bei Bedarf dem Darsteller
Bodo Hell buchstäblich einverleibt. Ansichtskarten sind begehbar
und die Ebenen zum Schluss vertauscht: Die Hauptfigur wird zum Pappkameraden
und von der "Kulturlandschaft im Kopf" verschluckt. Der feinste
und fremdartigste Film des Dokumentarfilm-Festivals Amsterdam erzählt
von einem Schriftsteller, der als moderne Variante des Faust über die
Fragen von Ursprung und Bedeutung nachdenkt. So wie die Ansichtskarten
hat auch der Film zwei Seiten: Hinter dem idealisierten Bild der Vorderseite
versteckt sich ein "Heil Hitler", und die Karten flüstern uns
das andere Bild Österreichs zu... Das Rennen Wort gegen Bild geht bei Minck klar für das
Bild aus: Einzelbildaufnahmen, Überblendungen und die Sprache, die
als musikalisches Element einer rasanten Wort-Bild-Komposition eingesetzt
wird, verbinden sich zu einem Stück Kino, das Erwartungen und Gewohnheiten
gegen den Strich bürstet. Im Anfang war der Blick ist ein Film über
das Erzählen und Erinnern, über die Flüchtigkeit der Sprache
und der Bilder, über die Tricks, die uns die sinnliche Wahrnehmung
spielt - eine philosophische Überlegung über Abbild und Wirklichkeit,
Identität, Natur und Zivilisation... Forestill deg Jean-Pierre Jeunets univers slik vi kjenner
det fra Delicatessen og Den fabelaktige Amelie fra Montmartre parret med
Røyksopps postkortvideo til "Eple", og du vil i det minste
ha dannet deg en visuell idé om hvilken fantastisk opplevelse Bady
Mincks film er. Dette er en film som sprenger alle tradisjonelle genrebåser:
Kortfilm, eksperimentfilm, animasjon, dokumentar? Ingen begrep er fyllestgjørende.
En frenetisk fantasi med røtter i virkeligheten, kanskje, eller
som kritikeren Marc Ries beskrev det: "Et komplekst verk lokalisert
mellom arkeologi og hedonisme". "In the Beginning was the Eye"
er i alle fall en film om det å se, og om måter å se
på. Dikteren Bodo Hell prøver å bryte løs fra
sin verden av ord og trenge gjennom bildet av det østerrikske fjell-landskapet,
slik det presenteres på turistvennlige postkort. Men jo flere avbildninger
av alpelandskapet både han og vi får se, jo mer og jo mindre
virkelig synes det å være. Denken Sie Jean Pierre Jeunets Universum wie wir es von
"Delikatessen" und "Die fabelhafte Welt der Amelie"
kennen, gepaart mit Røyksopps Postkarten-Videoclip "Apfel"
- dann können Sie sich vorstellen, welch fantastisches visuelles
Erlebnis Bady Mincks Film ist. Ein Film der alle traditionellen Genregrenzen
sprengt: Spielfilm, Experimentalfilm, Animationsfilm, Dokumentarfilm -
keine dieser Bezeichnungen ist ausreichend. Bady Minck's avant-garde film breaks through the conservative
norms of documentary filmmaking. The film reexamines a world of banal
images on thousands of landscape postcards that depict the Austrian Alps
and the Salzburg province. A film that surprises both the eye and the
mind at every turn - it's about memory, language and the senses that deceive
us. In the Beginning was the Eye is the "Alice Through the
Looking Glass" of documentary avant-garde films, which will leave
you overwhelmed. In the beginning was the word, it says in the Bible.
Filmmaker Bady Minck does not believe this. She has made a beautiful work
about the tension between two forces in Film: the word and the image.
Themes run through the film about the relationship between man with nature,
between appearance and reality. Cinematographically, and with style, this
unconventional, alienating film is astonishing. In the Beginning was the Eye is a work too strange
and beautiful to be explained in words. Bady Minck's film of brilliant
spirals and frames leaves us tumbling. To the last frame, it teaches us
something very important: wonder at the mechanics and magic of images. Ein kleiner Schritt für Bady Minck, ein grosser
für das vernachlässigte Genre des Postkarten-Films: Bodo Hell
macht sich auf eine imaginäre Reise durch Schnappschüsse von
österreichischen Touristenattraktionen - eine rasante, sehr schön
visualisierte Reise durch Vorgefundenes, ein Abenteuer im Kopf. Using the most delicious ingredient, old post cards,
this film concocts something beautiful that brings a new flavor to a historical
subject. There is a place for creative historical documentaries, isn't
there?! Die Kamera gibt sich als blinzelndes Auge aus und lugt
ins Arbeitszimmer eines Dichters. Dort stapeln sich Bücher bis zum
Plafond, und der Poet bewegt sich, flink wie ein Wiesel, zwischen Schreibmaschinen
und Regalen, blättert in Büchern oder tritt wie Alice durch
einen Spiegel. Bodo Hell gibt eine ruhelose Figur des Wortes, die eine
Reise in die Bilder - oder auch hinter die Bilder - antritt. Zeichnet
sich bereits der Beginn von Im Anfang war der Blick durch seinen
artifiziellen Blick aus, so agiert der Film im Mittelteil technisch noch
elaborierter: Eine rhythmische Montage läßt unzählige Postkartenmotive
auf den Betrachter einstürzen, die der Protagonist dann wie reale
Szenerien als Wanderer betritt... Inclasificable. No le cabe otro adjetivo a este pequeño
y delicioso ensayo sobre los paisajes alpinos y los turistas que por allí
descansan del trajín del año. Bady Minck trabaja con material
descartable - viejas fotos y postales - y construye con él un monumento
al kitsch turístico, utilizando toda la tecnología digital
disponible como si se tratara de un sistema de rejuvenecimiento para recuerdos.
El resultado es hipnótico y absurdamente bello, al tiempo que nos
descubre que los poblados y ciudades también tienen un alma. Unclassifiable. No other adjective fits this little and
delicious essay on Alpine landscapes and tourists that rest thereabout
from the year's commotion. Bady Minck works with disposable material -
old pictures and postcards - and builds with it a monument to touristic
kitsch, using all digital technology available as if it were a rejuvenating
system for memories. The result is hypnotic and absurdly beautiful, at
the same time as it reveals to us that towns and cities also have a soul. In the Beginning was the Eye is a film about
narration and remembering, about the volatility of language and image
and the tricks our sensual perception plays on us. Lurid postcards and
filmed images of the exact locations are melded and morphed into one another
until it becomes impossible to determine reality from brightly rendered
tourist trap. Digital technology is employed to blur the lines and create
impossible movements and transformations. Multiple exposures, time-lapse
and slow motion assume an anomalous role that functions in ways completely
contrary to standardised expectations and habits of seeing. Taking the
rigidity of postcard motifs as a starting point, the film engages in a
programme of revitalisation, a re-animation that fills static people and
things with life. Im Anfang
war der Blick erschafft eine Bewegungstypologie, die "aus dem
Herzen" des Kinos selbst heraus spricht: Mehrfachbelichtungen, Einzelbildtechnik,
Zeitraffer und Zeitlupe haben sich einer anomischen Darstellung verschrieben,
die absolut konträr zu standardisierten Erwartungen und Sehgewohnheiten
funktioniert. Ein Dichter, eingeschlossen in seiner Klause, umhüllt
von Büchern und Zetteln, ausgeliefert den Worten, die ihm aus dem
(N)irgendwo zuflüstern. Auf den leeren Seiten eines Buches entsteht
eine Gebirgsformation, die den Poeten und uns eine Reise durch Landschaften
antreten lässt Landschaften, deren Geschichte sich als bizarres Schichtengebilde
aus zahllosen ineinandergeblendeten Postkartenansichten offenbart. Nochmals haben wir es mit dem Surrealismus der österreichischen
Filmproduktion Amour Fou zu tun. Diesmal steht nicht ein Franzose sondern
eine Frau aus Luxemburg hinter der Kamera und dem Manusskript. Ihr Name
ist Bady Minck und sie arbeitet im Grenzland zwischen Filmkunst und anderen
Kunstarten. Man stelle sich ein Österreich-Portrait vor, gedreht
von Jan Svankmajer und David Lynch, inspiriert von "Dr. Calgaris
Kabinett" – dann lässt sich die Richtung erahnen, die
Bady Mincks Projekt nimmt und welche Ideen dahinterstecken. Dieses Österreichbild
entsteht durch den Blick auf alte Postkarten, die den Erzberg und Salzburg
zeigen. Die Postkartenmotive werden zu Landschaften zwischen Traum und
Alptraum. Biblia uczy, ze na poczatku bylo Slowo. Bady Mink ma
wlasna koncepcje poczatku wszechrzeczy. Stworzyla piekny film o napieciu
pomiedzy narracja slowna a obrazem. Pisarz Bodo Hell, glówna osoba
w filmie, przy pomocy pocztówek przyglada sie historii Austrii.
Z kolekcji 15 000 starych pocztówek autor wykorzystuje 1800. Watki
dotycza relacji pomiedzy czlowiekiem i natura, pomiedzy forma przedstawiania
rzeczywistosci i nia sama. Widoki na pocztówkach sa czesto "retuszowane".
Brzydkie zabudowania i drogi o duzym natezeniu ruchu sa "wymazywane"
z idealnego obrazu Austrii. Krótkie teksty wysylane bliskim kilkadziesiat
lat temu tworza kontrapunkty z widokami z tych samych pocztówek.
Pocztówki przelatuja przez ekran, kamera wchodzi w miejsca, które
byly niegdys fotografowane, zapisane tresci odczytywane sa brzmiacym chwilami
wrecz zlowieszczo szeptem. Oryginalny styl i wyjatkowy temat zdecydowanie
wyrózniaja ten niesamowity film. Bodo Hell im Kampf mit den Dimensionen: Der Dichter
bricht aus seiner Welt der Worte aus und versucht, durch die Oberfläche
österreichischer Ansichtskarten hindurch in den Leib der Landschaft
einzudringen.
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